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Wir sagen Ihnen die Interior-Zukunft voraus

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Das neue Jahr ist bereits ein paar Wochen alt – höchste Zeit also, sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Was bewegt die Interior-Branche 2026? Was wünschen sich die Menschen für ihr Zuhause in Zeiten, die als turbulent wahrgenommen werden? Wir versuchen uns am Unmöglichen und sagen die Zukunft voraus: Hier kommen drei Trends für die kommende Runde um die Sonne.

Blauer Heart Cone Chair von Verner Panton auf weißem Hintergrund.

1. Dorian Gray richtet ein

Longevity ist aktuell in aller Munde. Angeführt von der guruartigen Heilsbringerfigur Bryan Johnson, der für sich selbst das Mantra „Ich sterbe nicht“ zum Lebensziel auserkoren hat, sprießen KI-Applikationen, Kliniken und Wellnesstempel aus dem Boden, deren Ziel nicht mehr kurzzeitige Entspannung und Flucht vor dem Alltag ist, sondern: Unsterblichkeit.

Bleibt die spekulative Frage: Wie richtet man sich ein für die Ewigkeit? Hier ein paar Vorschläge:

Verzichten Sie auf Spiegel – und auf alles, was ein Abbild erzeugt. Das mag widersprüchlich klingen, schließlich leben Sie ja für immer, aber wer weiß in welchem Zustand? Nicht umsonst verstaute die Romanfigur Dorian Gray sein Porträt, das sein tatsächliches Alter zeigte, in einer dunklen Ecke. Gefragt sind also matte Flächen, zum Beispiel Textiles wie der „St. Tropez Rug“ von Eileen Gray oder der „Mars Chair“ von Konstantin Grcic, der komplett mit Stoff überzogen ist – beide erhältlich bei ClassiCon.

Links: Moderner Teppich mit grafischem Muster neben runden Tischen und Sitzbank. Rechts: Roter Mars Chair von Konstantin Grcic vor gelbem Hintergrund.

Matte Flächen zur Beruhigung: Links der St. Tropez Rug von Eileen Gray für ClassiCon, Foto: Mark Seelen © Manufacturer ClassiCon authorised by The World Licence Holder Aram Designs Ltd. / ClassiCon. Rechts: Mars Chair von Konstantin Grcic für ClassiCon, Foto: François Halard © ClassiCon.

Auch nicht verkehrt: Bleiben Sie flexibel. Systemmöbel können sich immer wieder an eine sich ständig wandelnde, ewig währende Existenz anpassen. Wie wäre es also mit einem Investment in ein USM-Regalsystem? Ja, der Chrom spiegelt – aber die neu erschienenen Soft Panels machen das wieder wett und sorgen gleichzeitig für eine akustisch wohltuende Atmosphäre. Ideal, wenn die Hörleistung vielleicht nicht ganz mit dem Selbstanspruch der gestoppten Vergänglichkeit mithalten möchte.

Blaues USM Haller Sideboard mit Akustik-Paneelen im Mid-Century Modern Stil, in einem hellen, stilvoll eingerichteten Raum.

Das USM Haller Soft Panel verspricht eine verbesserte Raumakustik und kann einfach mit vier Magneten an das bestehende Regalsystem befestigt werden. Foto: USM Haller

2. Diese Klassiker werden Sie 2026 besitzen wollen

Die Postmoderne hat viel zu lange ein Schattendasein im gegenwärtigen Interior Design geführt. Wir sagen ihr Comeback voraus – und das fernab der italienischen Memphis-Klassiker. Wir denken eher an ihre frühesten Anzeichen aus den 1960er-Jahren. Investieren Sie also schon heute in einen Heart Cone Chair von Verner Panton – der passenderweise in einer Jubiläumsausgabe neu aufgelegt wurde, anlässlich des 100. Geburtstags Pantons am 13. Februar 2026 – in einer Version, deren Vorder- und Rückseite unterschiedliche Blautöne tragen.

Blauer herzförmiger Stuhl mit Metallfuß von Verner Panton. Foto: Vitra

Postmoderner Pop: Der Heart Cone Chair von Verner Panton. Foto: Vitra

Aber auch in der Hochzeit der Postmoderne sind Klassiker zu finden, wie das konzeptuelle Stück „Gespanntes Regal“ von Wolfgang Laubersheimer, Mitglied der Gruppe Pentagon. Das Regal ist bei Nils Holger Moormann erhältlich und macht – trotz klarer zeitlicher Verortbarkeit – seine plakative Stärke zu einem Klassiker mit Revivalpotenzial.

Schmales, gebogenes Regal aus Metall vor grauer Wand.

Das eigenwillige Gespannte Regal von Wolfgang Laubersheimer verdient in diesem Jahr sein Comeback. Foto: Nils Holger Moormann

Rein aus Liebe zur Einfachheit muss dieser Hidden Champion mit auf die Liste der neuen alten Klassiker: „LC14 Tabouret Cabanon (Maison du Brésil)“ von Le Corbusier. Dieses Sitzmöbel ist im Grunde einfach eine Box, ursprünglich entworfen für ein Studentenwohnheim und wohl ein Produkt von Corbusiers Faszination für gefundene Objekte. Bei Cassina ist „Tabouret Cabanon“ in verschiedenen Versionen erhältlich.

Schlichter, quaderförmiger Holzhocker mit Griffloch.

Ikonische Strenge: „Tabouret Cabanon“ von Le Corbusier. Foto: Cassina

3. Wir nisten uns ein: Cocooning

Dieser Trend ist nicht ganz neu, wird aber durchaus neu interpretiert – zum Beispiel in Form von fiktiven, KI-generierten, riesigen Gemüseobjekten, in die man sich gemütlich betten kann. Cocooning versteht sich allgemein gut mit dem „Blow-up“, also dem übergroßen „Aufblasen“, also Überzeichnen von Dingen. Wer sich wie im Kokon fühlen will, muss schließlich auch hineinpassen.

KI-generierte Betten, die wie Knoblauch, Pfirsich und Sellerie aussehen.

Ein Nickerchen in der Knoblauchzehe gefällig? Mit KI generierte Videos zeigen, wie Cocooning aussehen könnte. Abbildungen: aidreamcode / Instagram.

Ein Klassiker, der dieses Bedürfnis vielleicht stillen kann, ist der Sessel UP 50 von Gaetano Pesce – noch dazu ein politisches Statement-Piece. Was viele nicht wissen: Er symbolisiert die an das Heim gekettete Frau.

Breiter, gestreifter Sessel mit passender schwarzer, runder Fußstütze.

Fröhlicher Entwurf mit ernstem Hintergrund: UP 50 von Gaetano Pesce. Abbildung: B&B Italia

In diesem Sinne: ein frohes neues Jahr 2026!

Übrigens: Die Interiortrends der vergangenen Monate finden Sie in unserem idd-inspiration-Archiv .

Autor

the thing Agency