Mehr Licht!
Das bleibt: Papierleuchten aus Japanpapier und davon Inspiriertes
Leuchten von Isamu Noguchi für Vitra. Fotos: Vitra
Ein wortwörtlicher Dauerbrenner sind Leuchten aus Japanpapier. Populär wurden diese in der westlichen Designwelt vor allem durch die Entwürfe des Japaners Isamu Noguchi. Bis heute werden sie in der Manufaktur Ozeki in Gifu in Japan, in Handarbeit gefertigt. Sie passen perfekt in die Kategorie der „Stimmungsbeleuchtung“: diffuses Licht sorgt, durch das Papier gebrochen, für Gemütlichkeit. Die zeitlosen Leuchten aus Papier verleihen selbst minimalistischen Interieurs Wärme.
Leuchten, bei denen Papier oder Seide auf Bambusstäben gespannt wurde, entstanden vermutlich im chinesischen Kaiserreich der Han-Dynastie. Wie so oft in Ostasien wirkte China dabei als Filter und Katalysator für das, was wir heute Trends nennen.
Heute inspiriert die Tradition der Papierleuchten, die fälschlich oft als „Japanpapierleuchten“ bezeichnet werden, eine neue Generation von Designer:innen – etwa das taiwanesische Label Kimu. Ihre Entwürfe verbinden historische Konzepte, etwa die japanische Milchglasleuchte, die sie als „Paper Milk“ in Papier neu interpretieren. Gerade in Taiwan, wo die Kultur Spuren indigener Bewohner und der einstigen japanischen Besatzer trägt, setzt das ein starkes Zeichen.
Tradition mit zeitgenössischem Design verbinden die Entwürfe vom taiwanischen Label Kimu. Fotos: Kimu Design.
Links der Montessori Panel Chandelier von James Cherry, Foto: TIWA Select / Jorge Tut, 2024. Rechts eine Kollektion von verschiedenen Leuchtenentwürfen von James Cherry, Foto: Maureen Evans
Das kommt (wieder): Postmodernes Design
Ein Klassiker der Memphis-Gruppe: Die Leuchte Super von Martine Bedin aus dem Jahr 1981 erinnert wahlweise an einen Stegosaurus oder an ein Spielzeugauto. Foto: Memphis Memphis
Wie in unserer Trendvorhersage für 2026 angekündigt: Das neue Jahr wird postmodern! Nach Jahren voller Cremetöne, gekrönt von der Pantone-Farbe „Cloud Dancer“, einem Weißton, sehnen sich nun alle nach mehr Farbe – besonders nach den tristen Wintermonaten. Wer die Wohnung nicht komplett neu streichen möchte, kann mit einem postmodernen Klassiker Akzente setzen, etwa der Super Bodenleuchte von Martine Bedin. Alternativ bietet sich junges Design an, wie die fröhliche, höhenverstellbare Leuchte Tiro vom italienischen Label From Lighting, die an einen Regenschirm erinnert. Gute Laune garantiert – und für Farbmuffel auch in silbergrau erhältlich.
Verspielter Entwurf: Die Leuchte Tiro vom italienischen Hersteller From Lighting lässt sich leicht in der Höhe verstellen. Fotos: Local Bizzarro (links), From Lighting (rechts).
Nicht mehr ganz neu, aber zu gut, um sie hier nicht zu erwähnen – und in ihrer Verspieltheit durchaus als neo-postmodern zu bezeichnen – ist die Set Table Lamp, entworfen von Jamie Wolfond für Muuto. Gedacht als überdimensionierte Schraube, deren hoch- und runterschraubbare Mutter zugleich das Leuchtmittel reguliert, ist das Objekt nicht nur funktional erhellend, sondern auch ein räumliches Spielzeug für Erwachsene.
Die Bewegung macht’s: Set Table Lamp, entworfen von Jamie Wolfond für Muuto. Fotos: Muuto.
We’d love to see it: Murano crystal glass.
Der Paysage Chandelier von Hannes Beer – produziert vom italienischen Label 6 AM – ist modular; Farben der Glaspaneele und Größe lassen sich individuell anpassen. Fotos: Melania Dalle Grave (rechts), Chris Coe (links).
Wovon wir im neuen Jahr gern mehr sehen würden: Leuchten und Lüster aus Murano-Kristallglas – und zwar frisch kombiniert mit leichten, minimalistischen Interiors. Gezeigt, wie das gelingen kann, hat das italienische Label 6:AM, das seine Leuchten in einer Manufaktur in Murano fertigen lässt. Tipp für alle Schnäppchenjäger: Ähnliche Stücke lassen sich auch gut auf Vintageplattformen finden.
Das Modell Nastri von Venini aus den 1960er-Jahren bringt luxuriösen Charme in die Wohnung. Fotos: Venini
Was vielleicht als eine Art zeitgenössischer Fortführung der sogenannten Eisglasleuchten gelten kann, sind die Entwürfe des in Rotterdam ansässigen Gestalters Laurids Galleé. Seine Objekte, die eher als Lichtskulpturen denn als Leuchten zu bezeichnen sind, leben ebenfalls vom Spiel zähflüssig anmutender, zugleich jedoch starrer, halb- bis ganztransparenter Materialien. Meist aus eingefärbtem Harz gefertigt, was übrigens ein Trend für sich ist, sind seine hängenden oder stehenden amorphen Leuchten kleine Gesamtkunstwerke.
Fotos: Violet Hanging Lamp von Laurids Galleé. Fotos: Laurids Galleé
Lust auf mehr? Unsere Trendvorhersage für das neue Jahr und andere Interiortrends finden Sie unserem idd-inspiration-Archiv .
Autor
the thing Agency