Köln: 27.–31.10.2026 #iddcologne

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Draußen ist das neue Drinnen

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Mit den sogenannten Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai haben wir allmählich die kalten Nächte mit Frostgefahr hinter uns gelassen. Zeit also, es uns auf der Terrasse oder dem Balkon gemütlich zu machen. Eine ebenso gute Gelegenheit, nicht nur die Beete, sondern auch die Einrichtung (oder sollten wir Ausrichtung dazu sagen?), neu zu planen. In diesem Artikel geben wir Hilfestellung für die Trends der neuen Saison – was bleibt, was geht, was kommt?

Stilvolle Gartenmöbel und edle Outdoor-Accessoires: Entdecken Sie aktuelle Interior-Trends für Balkon und Terrasse.

Verschiedenste Arten von Klappstühlen

Einblicke in die Ausstellung „Soft Folds“. Fotos: Marco Menghi (links), Marcello Maranzan (rechts)

1. Das bleibt: Klappstühle

Im April präsentierte der Designer Davide Biancucci in Mailand eine schlichte, aber beeindruckende Auswahl faltbarer oder leicht zerlegbarer Stühle aus den letzten 100 Jahren. Zu den gezeigten Modellen gehörten sowohl Entwürfe von berühmten Designern wie Vico Magistretti, Philippe Starck und Gerd Lange, als auch Modelle anonymer Herkunft. „Ich interessiere mich für Safari- und Klappstühle, weil sie trotz ihres über hundertjährigen Designs noch immer einen zeitgemäßen Lebensstil verkörpern: informell, mobil und leicht“, schreibt Biancucci über sein Projekt „Soft Folds“.

Outdoor Klappstühle, und Klapptische

Rechts Jasper Morrisons „Outdoor Market“ Kollektion für Hay, links der „Regiestuhl“ von Fritz Hansen. Fotos: Hay, Fritz Hansen

Der Klappstuhl, leicht und transportabel, gilt als Klassiker für Balkon und Outdoor. Seine gestalterischen Wurzeln reichen bis ins Mittelalter – und ganz streng genommen schon bis zu den alten Römern – zurück. In dieser Saison erleben wir Neuinterpretationen von Regie- und Klappstühlen bei Fritz Hansen und Hay. Für Hay entwarf Jasper Morrison beispielsweise eine komplette Outdoor-Kollektion, die unter anderem auch Grillutensilien, eine Hängematte und ein Tarp – also eine zeltartige Plane – umfasst.

Eine dachterasse mit Sonnensegel und grau-weißen Möbeln

Eine Terrassengestaltung des Studios „Schulte und Schönes“ aus Wien. Foto: Michael Baumgartner | KiTO für Schulte und Schönes

2. Das kommt: Vom Innen ins Außen

„Die Gestaltung von Außenräumen orientiert sich heute immer stärker an der Qualität und Wohnlichkeit von Innenräumen“, sagt Dominik Schulte von „Schulte und Schönes“. „Der Außenbereich wird zunehmend als vollwertiger Lebensraum verstanden. Heute lassen sich Outdoor-Lounges gestalten, die in Komfort, Materialität und Atmosphäre kaum noch vom Interior zu unterscheiden sind.“ Schulte weiß, wovon er spricht: Seit Jahren gestaltet er mit seinem Unternehmen urbane Außenflächen wie Dachterrassen, Innenhöfe oder Gärten für Privatkunden und Unternehmen. Außerdem betreibt er einen Showroom für Outdoormöbel im 4. Wiener Bezirk. Doch nicht nur Wohnzimmer, auch komplette Küchen ziehen laut Schulte nach draußen: „Moderne Outdoorküchen erweitern den Wohnraum fließend ins Freie – von Kühlschrank und Spülmaschine bis hin zu integriertem Induktionsfeld und Stauraum ist heute nahezu alles möglich.“

Worauf sollten Kund:innen beim Kauf von Outdoormöbeln achten? „Am Anfang steht immer die Frage nach den Anforderungen an die Nutzbarkeit – modulare Sofasysteme etwa ermöglichen flexible Szenarien.“ Auch bei der Verarbeitung gebe es große Unterschiede, betont Schulte. Möbel für den Außenbereich müssen extremen Temperaturschwankungen, Nässe und starker UV-Strahlung standhalten. „Die Qualität eines Outdoorsofas zeigt sich im Detail: in der Materialität der Stoffe, der Widerstandsfähigkeit im Alltag sowie in der Präzision der Verarbeitung.“

Und was liegt im Trend? „Im Outdoorbereich beobachten wir derzeit eine deutliche Rückkehr zu mehr persönlichem Ausdruck: Mut zu Farbe, starken Mustern und besondere Oberflächen gewinnen an Bedeutung – der cleane Look der letzten Jahre wird zunehmend durch charakterstarke Designs ergänzt.“

Praktische und moderne Gartenduschen

Die Gartenduschen „Serpentine“ von Weltevree und „Levantine“ von Zee. Fotos: Weltevree (links), Zee (rechts)

3. Das ist praktisch: Clevere Gartenaccessoires

Wer sich einmal länger in einem Baumarkt aufgehalten hat, weiß: Wer Wert auf Ästhetik legt, wird mit den üblichen Gartenhelfern selten glücklich. Hochspezialisierte Hersteller für Gartenaccessoires bieten hier eine Alternative. „Gute Outdoor-Accessoires verbinden Funktionalität mit Ästhetik. Entscheidend ist, dass sie nicht nur praktisch sind, sondern auch zur räumlichen Stimmung beitragen“, sagt Dominik Schulte. Als gelungenes Beispiel nennt er die solarbetriebenen Leuchten von IP44.de. Auch die Firma Zee hat ihre Nische gefunden: Sie startete mit einem Gartenschlauchhalter, bietet inzwischen aber auch eine Gartendusche und einen Barbecuegrill an.

Mechanisch aufrollbare Gartenschläuche

Gartenaccessoires der belgischen Firma Zee. Fotos: Zee

Wer es noch exklusiver haben will, kann in der Welt der Collectibles fündig werden. Die Kölner Designerin Hannah Kuhlmann entwarf bereits 2023 als Teil des Kollektivs Farm Group die „Shitshower“ oder auch „Fork Fountain“. Das untere Ende des gebogenen Wasserspenders ist eine Mistgabel, die einfach in den Boden gesteckt wird.

Eine Person wischt sich seine Haare unter einer Gartendusche

„Shitshower / fork fountain“ lässt sich mit einem Mistgabel-Ende in den nächsten Acker stecken. Foto: Julia Sang Nguyen

Die Möglichkeiten sind also vielfältig – von einer exakter Kopie der Innenräume bis hin zu flexiblen oder individuellen Lösungen ist in diesem Jahr alles möglich. Wichtig ist Ihre eigene Haltung zur Gestaltung.

Falls Sie nun noch tiefer in das Thema Outdoor-Interior und -accessoires eintauchen wollen, empfehlen wir Ihnen einen Besuch auf der spoga+gafa , der führenden Fachmesse für Gartenlifestyle und BBQ. Die Messe findet vom 22. bis 24. Juni 2026 in Köln statt. Dort präsentieren zahlreiche Aussteller:innen ihre Outdoor-Räume zwischen Design, Komfort und Natur.

Autor

the thing Agency